Mittwoch, 1. März 2017

Die Reformation und der Berliner Dom

1539 wurde in Brandenburg die Reformation eingeführt. Aber was bedeutete das? Waren von heute auf morgen nun alle evangelisch und davon überzeugt, allein aus Glauben, ohne Werke gerettet zu werden? War die im Spätmittelalter blühende Frömmigkeit beendet?

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Ein bisher unbekanntes Kapitel unseres Doms, vielmehr des Vorvorgängerbaus von 1536, erzählt eine andere Geschichte. Die damalige Berliner Domkirche beherbergte vor Einführung der Reformation eine große Reliquiensammlung des brandenburgischen Kurfürsten Joachim II. Durch den Übertritt zum evangelischen Glauben eigentlich überflüssig geworden, dachte der Kurfürst aber nicht daran, seine geliebten Reliquien einzuschmelzen, zu verkaufen o. ä. damit zu machen. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts wurde sie öffentlich den Berlinern ausgestellt, auf Prozessionen mitgeführt und die Sammlung sogar weiter vergrößert. Es scheint fast ein Jahrhundert gedauert zu haben, bis unser Dom wirklich evangelisch geworden ist.

Die Historikerin Dr. Carina Brumme forscht zurzeit zu diesem spannenden Kapitel unserer Domgeschichte. Sie ist eine ausgewiesene Expertin für spätmittelalterliche Frömmigkeit und wird uns einen Einblick in ihre Arbeit geben.

(Patrick Holschuh)

Mittwoch, 8. März, 19 Uhr
Sophie-Charlotte-Saal (Portal 2)
Berliner Dom, Am Lustgarten, 10178 Berlin